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Die Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) und ihre Auswirkungen

Posted by Ute Gerlach on 7. Mai 2016
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Die Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) und ihre Auswirkungen

Per 21. März 2016 trat das Gesetz zur Neuregelung der Kreditvergabe bei Immobiliendarlehen in Kraft, eine Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie zur Vereinheitlichung und Verbesserung des Verbraucherschutzes.

Verbraucherschutz ist gut, denken wir auch! Gab es doch gerade im Bereich Finanzvermittlung viele schwarze Schafe. Doch die WIKR hat Ihre Tücken. Wieder einmal wird von politischer Seite in die freie Marktwirtschaft eingegriffen, ohne dass man sich ausreichend Gedanken über die Auswirkungen gemacht hat. Zeigte doch bereits die Mietpreisbremse, wie gut sie funktioniert (Vorsicht Ironie!).

Zur Stärkung des Verbraucherschutzes benötigen Finanzvermittler künftig einen Sachkundenachweis, es werden höhere Anforderungen an die Beratung gemacht. Im Zweifelsfall ist der Finanzvermittler in einer stärkeren Haftung. Soweit, so gut.

Für die Endverbraucher sind besonders zwei Punkte problematisch: 1) Bei der Kreditvergabe muss berücksichtigt werden, dass der Kreditnehmer diesen innerhalb seiner statistischen Lebenserwartung vollständig zurückzahlen kann. 2) Der Wert der Immobilie darf bei der Einschätzung der Kreditwürdigkeit nicht mehr als Hauptkriterium herangezogen werden.

Was bedeutet das in der Praxis? Der Finanzierer muss die wirtschaftliche Situation des Kreditnehmers genau durchleuchten. Bei Kreditausfall drohen ansonsten saftige Strafen. Die Banken werden also künftig vorsichtiger bei der Kreditvergabe agieren, mehr Eigenkapital oder z.b. den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung fordern oder aber höhere Tilgungen ansetzen. Dies alles macht vor allem den Kleinverdienern unter den Immobiliensuchenden eine Finanzierung fast unmöglich. In Bankenkreisen rechnet man mit einem Rückgang der Immobilienkredite um bis zu 50%. Die Immobilie als Altersversorgung rückt für viele so in weite Ferne.

Ein weiteres Problem dürfte bei laufenden Kreditverträgen auftreten, wenn die Zinsbindungsfristen aktueller Immobilienkredite auslaufen, bei denen keine Kreditanschlussgarantie vereinbart wurde. Die „Kreditverlängerung“ (Prolongation) fällt dann unter die Anforderungen des neues Gesetzes. Die Kreditwürdigkeit manches Immobilieneigentümers dürfte dann in anderem Licht erscheinen. Eine Anschlussfinanzierung, die nicht gewährt wird, kann für viele aktuelle Eigenheimbesitzer zum Problem werden. Zwangsversteigerungen nicht ausgeschlossen.

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